Latium an einem Tag: der Bolsenasee und Civita di Bagnoregio
Ein Tagesausflug ins nördliche Latium ab Borgo Santa Maria: der vulkanische Bolsenasee mit der Basilika des eucharistischen Wunders und Civita di Bagnoregio — die 'sterbende Stadt' auf ihrem Tuffsteinfelsen. Insgesamt 100 km und Landschaften, die bleiben.
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Bolsena und Civita di Bagnoregio sind zwei Ziele im nördlichen Latium, weniger als eine Stunde von Borgo Santa Maria entfernt und perfekt für einen Tag mit See und dramatischer Landschaft. Bolsena (45 Minuten, 40 km) für den größten vulkanischen See Europas, die Basilika Santa Cristina mit dem eucharistischen Wunder und ein Bad in klarem Wasser. Civita di Bagnoregio (1 Stunde, 50 km), die „sterbende Stadt”, nur zu Fuß über einen Steg erreichbar, ist einer der meistfotografierten Orte Italiens, besonders bei Sonnenuntergang. Beides an einem Tag ist machbar: Bolsena vormittags, Civita nachmittags zum Sonnenuntergang.
Empfohlene Route (9 Stunden)
| Uhrzeit | Station | Dauer | Kosten |
|---|---|---|---|
| 9:30 | Abfahrt vom Dorf Richtung Bolsena | 45 Min. | Sprit |
| 10:15 | Bolsena: Basilika Santa Cristina | 45 Min. | kostenlos |
| 11:00 | Burg Monaldeschi della Cervara | 1 Std. | 5 € |
| 12:00 | Freibadestrand oder Uferpromenade | 1 Std. | kostenlos |
| 13:00 | Mittagessen mit Seefisch | 1 Std. 30 | 30 € |
| 14:30 | Fahrt nach Bagnoregio (Belvedere) | 40 Min. | — |
| 15:10 | Belvedere di Bagnoregio (Fotos von Civita) | 30 Min. | kostenlos |
| 15:45 | Civita: Steg und Rundgang durch den Ort | 2 Std. | 5 € (Eintritt) |
| 17:45 | Kaffee oder Aperitif in Civita | 45 Min. | 8 € |
| 18:30 | Rückfahrt ins Dorf (Sonnenuntergang unterwegs) | 1 Std. | — |
Anfahrt vom Dorf
Von Borgo Santa Maria nach Bolsena: 40 km, 45 Minuten über die SS71 und die Cassia. Nach Civita di Bagnoregio: 50 km, 1 Stunde über Orvieto und die Cassia. Von Bolsena nach Civita: 25 km, 30 Minuten.
Parkplätze:
- Bolsena: Parcheggio Centro Storico (1 €/Std.) oder Parcheggio Lungo Lago (in der Nebensaison kostenlos)
- Civita di Bagnoregio: Parcheggio del Belvedere Mercatello in Bagnoregio (2 € pauschal) — nach Civita führt keine Straße; man parkt am Belvedere und geht über den 300 Meter langen Fußgängersteg
Bolsena — das Wunder und der See
Bolsena ist bekannt für das eucharistische Wunder von 1263: Ein böhmischer Priester, der an der Wandlung zweifelte, sah während der Messe Blut aus der Hostie auf einen Stein des Heiligtums fließen. Das Ereignis bewog Papst Urban IV., im Jahr darauf in Orvieto das Fronleichnamsfest einzuführen, und Raffael, im Vatikan die berühmte Stanza di Eliodoro zu malen.
Sehenswert:
- Basilika Santa Cristina — die Wunderkapelle mit dem blutbefleckten Stein, bis heute sichtbar
- Burg Monaldeschi della Cervara — Turm aus dem 12. Jahrhundert mit 360°-Blick über den See und Museum etruskischer Funde
- Uferpromenade — 2 km Spaziergang zwischen Zypressen, Eisdielen und Bars
- Isola Bisentina und Isola Martana — die beiden vulkanischen Inseln, per Boot erreichbar (15-25 €)
Bolsenasee: 113 km², der größte vulkanische See Europas. Sauberes Badewasser, freie Strände aus schwarzem Vulkansand. Von Mai bis September schwimmt es sich hervorragend. Fischspezialitäten: Renke, Ährenfisch und Aal, alle mit eigenen Gerichten in den Lokalen am Ufer.
Civita di Bagnoregio — die sterbende Stadt
Civita di Bagnoregio ist ein winziger Ort mit etwa 10 festen Einwohnern (1.000 im Sommer), auf einem Tuffsteinsporn, der langsam zerbröckelt — daher der Beiname „die sterbende Stadt”, geprägt vom hier geborenen Schriftsteller Bonaventura Tecchi. Erreichbar nur zu Fuß über einen 300 Meter langen Steg (5 € Eintritt; das Auto bleibt am Belvedere in Bagnoregio).
Sehenswert in Civita:
- Porta Santa Maria — der einzige Eingang, in den etruskischen Tuffstein gehauen
- Piazza San Donato — der zentrale Platz mit der Kirche; hier entstehen die besten Fotos
- Haus des heiligen Bonaventura — der mittelalterliche Heilige wurde in Civita geboren
- Die stillen Seitengassen — mittelalterliche Häuser, Blumentöpfe, Katzen und ein atemberaubender Blick auf die Erosionstäler
Der Sonnenuntergang: Die „sterbende Stadt” ist bei Sonnenuntergang einer der meistfotografierten Orte Italiens, wenn der Tuffstein golden und orange leuchtet. Für das perfekte Bild vor Sonnenuntergang zum Belvedere di San Francesco auf der Seite von Bagnoregio: Steg, Ort und Himmel in einem Bild.
Wie lange noch: Geologische Studien gehen davon aus, dass der Felsen von Civita weitere 300 bis 500 Jahre überdauern könnte — jüngere Abbrüche haben allerdings Teile des Randes mitgenommen. Jedes Jahr verändert sich etwas.
Wo man isst
In Bolsena, am Ufer:
- La Tana dell’Etrusco — Seefisch, mit Blick
- Ristorante Da Picchietto — frittierte Renke, familiäre Atmosphäre
- L’Antica Tana di Bolsena — Fischküche und frische Pasta
In Civita di Bagnoregio:
- Alma Civita — gehobene Küche im Ort, lange im Voraus reservieren
- L’Hostaria del Ponte — am Belvedere in Bagnoregio, mit Blick auf den Steg
- Mehrere Weinstuben im Ort servieren lokale Weine und umbrisch-latinische Brettljausen — wir sagen Ihnen gern, welche während Ihres Aufenthalts geöffnet sind
Wann man fährt
- Frühling (Apr-Jun) und Herbst (Sep-Okt): ideale Temperaturen zum Gehen. In Civita ist der 300-Meter-Steg bei Hitze anstrengend.
- Sommer (Jul-Aug): wegen des Bolsenasees. Civita ist voll — früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang hin.
- Winter: spektakulärer Nebel um Civita bei Sonnenaufgang, einige Lokale sind geschlossen. Bolsena ist ruhig.
Alternative Kombinationen
Wenn Sie die beiden Ziele nicht am selben Tag verbinden möchten:
- Bolsena und Orvieto: ein Tag aus Wasser und Tuffstein (Orvieto 25 Minuten vom Dorf, Bolsena 45)
- Civita und Orvieto: das große Paar der Tuffsteinstädte Mittelitaliens
- Nur Civita und der Sonnenuntergang: am späten Nachmittag hinfahren, am Belvedere essen, nachts zurück
Abends wieder im Dorf
Nach Civita bei Sonnenuntergang ist die Rückfahrt über die SS71 eine ruhige Stunde. Die Häuser, die zu vollen Tagen draußen und stillen Abendessen danach passen: Loggia (mit gemauertem Grill, für den Seefisch, falls Sie welchen mitgebracht haben), Meridiana (mit dem großen Kamin) und Volte (ein meditativer Ort zum Ausruhen).